© copyright 2005  TRENCK ARCHIV            aktualisiert am 07.07.2009
GESCHICHTE DER KELLINGHUSENER FAYENCEN®

1760 beginnen der Werkmeister Heinrich Kirch und seine Teilhaber Carsten Behrend, Anna Bünz und Wulf Dietrich Linkhusen in Kellinghusen mit der Herstellung von Fayencen, die durch ihre Formen und Farben große Berühmtheit erlangen. Das Privileg, vom dänischen König als Landesherrn der Herzogtümer 1765 erteilt, gewährt der jungen Manufaktur Erleichterung bei Steuern und Abgaben.

1806 ist die Hauptblütezeit der Fayence-Herstellung, gefördert auch durch die Kontinentalsperre Napoleons gegen England. Insgesamt sechs Fayence Hersteller arbeiten in der Stadt an der Stör. Typisch für "Kellinghusen" sind die sauberen Standringe bei Tellern und Kummen sowie die fröhlichen Farben; das bevorzugte leuchtende Gelb, das satte Grün, gedecktes Blau, vornehmes Manganviolett und das warme Orange (Eisenrot).

1860 in dieser Zeit führen die veränderten wirtschaftlichen Verhältnisse sowie eine spürbare Qualitätsminderung der Tonvorkommen zum Erliegen der Fayence-Herstellung in Kellinghusen.

1900 beginnen Museen und private Liebhaber, Kellinghusener Fayencen zu sammeln. Auch die alteingesessene Kellinghusener Familie Schröder gehört zu diesem Kreis. Die meisten Stücke der Schröder-Sammlung befinden sich heute im Altonaer Museum.

1917 veröffentlicht Dr. phil. Wilhelm Max Schröder seine Dissertation über die "Fayence-Industrie von Kellinghusen in Mittelholstein in wirtschaftsgeschichtlichem Rahmen".

1941 schenkt er ein altes Exemplar der Dissertation dem damaligen Töpferlehrling, der heutigen Ingeburg von der Trenck.

1953 führt das Schleswig-Holsteinische Landesmuseum zusammen mit dänischen Wissenschaftlern in Kellinghusen Ausgrabungen nach alten Fayence-Scherben durch. Der spätere Landesmuseumsdirektor Prof. Dr. G. Wietek schreibt über die Ergebnisse das Buch "Kellinghusen und seine Fayencen".

1960 begründet das Ehepaar von der Trenck nach 100jähriger Pause die neue Fayence-Produktion in Kellinghusen. Auf Anregung und mit Zustimmung von Bürgermeister und Magistrat wird die bisherige Itzehoer Werkstattbezeichnung "Keramische Werkstatt Ingeburg von der Trenck" geändert in KELLINGHUSENER FAYENCEN UND KERAMIK VON DER TRENCK. Das Programm: Keramik und Fayencen für Haus und Garten, kommunale und private Ehrengaben, Jubiläumsgeschenke und Sonderanfertigungen. Die Fertigung erfolgt in traditionsgerechter, handwerklicher Weise vom Klumpen Töpferton bis zum fertigen Stück.

1965 entsteht auf Bitten der Liebhaber alter Kellinghusener Originale der erste Jahrgang KELLINGHUSENER JAHRESTELLER. Das sind - nur 12 Monate lang gefertigte - Repliken nach Originalen aus privaten und öffentlichen Sammlungen. Sammler wertvoller Fayencen im In- und Ausland erwerben diese Stücke, so dass jeder Jahrgang sehr schnell vergriffen ist.

1968 erhalten die KELLINGHUSENER FAYENCEN UND KERAMIK VON DER TRENCK Anerkennung durch den offiziellen Besuch des schleswig-holsteinischen Ministerpräsidenten. Im selben Jahr erleidet das Unternehmen einen schweren Rückschlag durch den plötzlichen Tod ihres Begründers. Seine Devise bleibt Richtschnur und Verpflichtung: "Wir wollen den guten Klang, den der Name Kellinghusen durch die Fayencen in aller Welt bekommen hat, durch die eigenen Arbeiten erhalten."

1975 entstehen erste Kontakte zu größeren Museen, die sich vertiefen, nachdem ein Labor eingerichtet wird. So kann auf spezielle Wünsche eingegangen und auch schwierige Aufgaben gelöst werden.

1980 bestehen die KELLINGHUSENER FAYENCEN UND KERAMIK WILHELM VON DER TRENCK 20 Jahre. Sonderausstellungen in dänischen Museen begeistern die als Kenner bekannten Dänen, so auch die Ausstellung anlässlich des 20. Jahrestages der Neugründung im Tonderner Museum.

1981 findet die erste "Fayence-Tagung in Kellinghusen" mit Museums- und Fayence-Fachleuten statt. Zu Gast sind die Kenner und Betreuer der historischen "Ansbacher Fayencen". Diavortrag, Fachgespräche und praktische Vorführungen geben neue Anregungen.

1983 besichtigen über 4.500 Besucher die Sonderausstellung "Kellinghusener Fayencen - einst und jetzt" in den 13 Räumen des Itzehoer Kunsthauses. Schirmherr ist der Ministerpräsident von Schleswig-Holstein. Zur Eröffnung sprechen Dr. Paul Zubek (+) vom schleswig-holsteinischen Landesmuseum / Schloss Gottorf und Prof. Dr. Gerhard Kaufmann vom Altonaer Museum / Norddeutsches Landesmuseum. Dr. Sigurd Schouby (+) vom Tonderner Museum / Dänemark beschließt die Präsentation mit seinen "Betrachtungen über den Charme der Kellinghusener Fayencen".

1985 wird das 25jährige Jubiläum im Hause der Meisterwerkstatt zu einem feierlichen Ereignis. Die Festansprachen halten der damalige Landtagspräsident von Schleswig-Holstein und Dr. Paul Zubek. Er ist international anerkannter Experte für nordeuropäische Fayencen. Von fern und nah kommen über 600 Gäste, um ihre guten Wünsche für diesen Tag und die Zukunft persönlich zu überbringen.

1995 feiern die Kellinghusener Fayencen ihr 35jähriges Jubiläum mit vielen Gästen.

1997 vollzieht sich ohne viel Aufhebens ein Generationswechsel. Nach 50 Jahren Selbständigkeit verkauft Ingeburg von der Trenck die KELLINGHUSENER FAYENCEN UND KERAMIK WILHELM VON DER TRENCK an ihre Tochter Kristine von der Trenck, die zu diesem Zeitpunkt fast 30 Jahre als Keramikerin tätig ist.

2000 begeht die Fayence-Manufaktur und Meistertöpferei ihr 40jähriges Bestehen als einzige Manufaktur in der Bundesrepublik Deutschland, die vor Jahrzehnten historische Fayencen wieder aufleben ließ und bis heute kontinuierlich reproduziert.

2003 zwingt die wirtschaftliche Situation die Besitzer des Grundstücks Brauerstrasse 25 zum Verkauf desselben. Die Manufaktur KELLINGHUSENER FAYENCEN UND KERAMIK WILHELM VON DER TRENCK befindet sich auch weiterhin in den alt vertrauten Räumen der Villa in der Brauerstraße 25.

2006 vollzieht sich ein gravierender Wandel: der Geschäftsführer der Manufaktur entschließt sich zu einem Standortwechsel: Zukünftig befinden sich die Kellinghusener Fayencen und Keramik Wilhelm von der Trenck GmbH in den neuen, mitten im Zentrum gelegenen Ausstellungs- und Werkstatträumen Am Markt 2 in 25548 Kellinghusen. Das historisches Gebäude, erbaut von der Familie des ehemaligen Kellinghusener Bürgermeisters Heinrich Jargstorff, ist seit Februar 2006 das Zuhause der Kellinghusener Fayencen. Sechs großzügige Fensterfronten zeigen, was diese Manufaktur so einmalig macht: Historisches, kombiniert mit Modernem, Exklusivität und handwerkliches Können. Und drinnen ist eine gelungene Kombination von Werkstatt und Ausstellung entstanden.

2007 Am 24. September stirbt die Begründerin der Manufaktur Kellinghusener Fayencen und Keramik,  Ingeburg von der Trenck, im Alter von 86 Jahren. Sie war seit 1997 nicht mehr in dem Unternehmen tätig, denn die Tochter Kristine Freifrau von der Trenck übernahm in diesem Jahr die Manufaktur, die dann seit August 2003 von Gerd Achilles als Geschäftsführer weiter geführt wurde.

31. Dezember 2007 Am Markt 2 in Kellinghusen schließt die Manufaktur für immer ihre Tore. Die dienstälteste Fayencerie, die jemals in Kellinghusen gearbeitet hat, stellt nach 47 Jahren die Produktion ein. Das Spitzenprodukt aus Schleswig-Holstein wird Geschichte. Der Dank gilt allen treuen Kunden und Liebhabern der KELLINGHUSENER FAYENCEN UND KERAMIK WILHELM VON DER TRENCK!

Der 'Schnellzeichner' der langjährigen Serie 'Dalli, Dalli', Hans Bierbrauer, bekannter unter dem Namen OSKAR, setzte das Spitzenprodukt ins richtige Bild ...

Familie von der Trenck erreichen Sie per E-Mail tk@fayencen.de
oder unter 04822 - 45 45
oder 04822 - 45 44 und auch per Fax unter 04822 - 309 478.



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